MUSIK

Remembering Harlem’s Finest.

BIG L The SourceIm Zuge der kommenden RUN FFM New York State Of Mind Party im CIRCUS liegt es natürlich nahe, einige New Yorker Rapper näher zu hinterleuchten. Biggie, NAS und Jay-Z sind auch heutzutage noch jedem HipHop-affinen Hörer ein Begriff. Bei Harlem’s Finest, Lamont Coleman aka BIG L, muss der Großteil wohl erstmal Wikipedia bemühen oder die Suchmaschinen-Funktion betätigen.


BIG L
galt seinerzeit als wohl größtes, lyrisches Talent der New Yorker-Rapschmiede. Wie kaum ein Zweiter wusste er, wie man Street-Knowledge mit Wortwitz und Punchlines füttert. Vergleiche wie „I’m so ahead of my time, my parents haven’t even met yet“ oder „I ran through every b*tch in my past / I’ve been f**kin‘ chicks in the a** / since I was 6 and a half“ brachten damals nicht nur Youngins zu Respektbekundungen sondern riefen auch die Big Dawgs auf’s Spielfeld. So war es wenig verwunderlich, dass BIG L Teil des D.I.T.C.-Kollektivs wurde und sein Können neben Legenden wie Lord Finesse, Show & A.G., Big Pun, Fat Joe und O.C. präsentieren durfte. Daneben gründete er gemeinsam mit Killa Cam (heute bekannt als Cam’ron), Murda Mase (heute Ma$e) und McGruff die Harlem-Supergroup Children Of The Corn.

Obgleich sein Debütalbum „Lifestylez Ov Da Poor & Dangerous“ 1995 ganz in der Tradition und Soundästhetik von „Illmatic“, „Reasonable Doubt“ und „The Infamous“ stand, blieb der kommerzielle Erfolg überschaubar. Kritiker meinen, dass die Lead-Single „Devil’s Son“ mit seinen antichristlichen, satanistischen Inhalten eine zu große Zumutung für die konservative USA der Mittneunziger war und deshalb weder Gold- noch Platinplaketten ausgeschüttet wurden. 4 von 5 Mikrophone in der Review von The Source änderten hieran auch nichts. Jay-Z jedenfalls konnte ihm lyrisch schon in frühen Jahren nicht das Wasser reichen.

Nach dem kommerziellen Misserfolg auf Columbia Records nahm sich BIG L ein Herz und gründete kurzum sein eigenes Label Flamboyant Entertainment. Mit der Single „Ebonics“, in welcher er auf eindrucksvolle Weise den New Yorker-Street Slang einem breiteren Publikum zugänglich machte, sollte er sich abermals in den Gehörgänge der Großen spielen. So war es nicht verwunderlich, dass sein alter Kumpane Jay-Z und dessen Roc-A-Fella-Partner Dame Dash ihn unter Vertrag nehmen wollten. Im Februar 1999 war BIG L kurz vor der Vertragsunterschrift bei Roc-A-Fella – allerdings sollten 9 Kugeln seinen wohlverdienten Aufstieg in den Rap-Olymp verhindern. So wurde er in seiner Harlemer-Hood, der 139th Street („The Danger Zone“), am 15.Februar 1999 auf offener Straße Opfer eines Drive-By-Shootings. Ein jähes Ende eines der größten Talente, die das Rap-Game jemals gesehen hat. Posthum erschien dann auf Rawkus Records noch sein Meisterwerk „The Big Picture“, welches BIG L noch zu Lebzeiten größtenteils fertig stellen konnte und welches illustere Gäste a la Kool G Rap, Sadat X, Fat Joe, Big Daddy Kane,… enthält. Noch für 2012 ist die Veröffentlichung einer Dokumentation über BIG L geplant und ein weiteres posthumes Album.
Für weitere, ausführlichere Informationen:

http://biglonline.com/

Malibee

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