MUSIK

DRAKE – NOTHING WAS THE SAME (ALBUMREVIEW)

Ach Drake. Alle lieben sie dich. Die Frauen wegen deines unverschämt guten Aussehens, deiner eingängigen RnB Stimme und des Geldes. Männer, weil sie einfach so wie du sein wollen, um die Frauen zu bekommen, die dich haben wollen, aber nie bekommen werden und zitieren dich: „I want the money. The money and the cars. The cars and the clothes. The hoes. I suppose I just want to be successful“. Bleibt oft bei ökonomischer Resteverwertung, wird dir aber als milde Gabe für den kleinen Mann angerechnet. Danke gütiger Drake.

Ich dachte lange, du wärst so ein ungehobelter Unruhestifter aus dem einem amerikanischem Problembezirk. Dort, wo alle in sozialistisch anmutenden Betonblöcken wohnen, diese schlecht sitzenden Hosen tragen und mit dem Verkauf von illegalen Betäubungsmitteln ihr Geld verdienen. Nein, du bist ein Kanadier, der schon lange auf der großen Leinwand zu sehen ist. Leider hab ich dein schauspielerisches Talent nie bewundern können, doch ich glaube, du bist auch da ein ganz Großer – genau so groß wie in deinem musikalischen Schaffen.

Jetzt bringst du nach „Thank Me Later“ und „Take Care“ dein drittes Album auf den Markt, welches den Titel „Nothing Was The Same“ trägt. Leider versprichst du zu viel. Aber bevor du deine Aufpasser rufst, um mich krankenhausreif zu schlagen, du wahrscheinlich noch nachtrittst und ich mit meinem Blut deine Jordans versaue, lass mich bitte erst ausreden; es ist nicht so wie du denkst.

Ich mag dein neues Album, weil es eine Evolution deiner Selbst ist und keine Revolution. Du verwehrst dich nicht dem Trend, aber ziehst ihn nicht als Gesetzestext hervor, um wie deine musikalischen Weggefährten daraus zu zitieren. Trockene 808s, Triolen-Akzente und ein wenig Harmonie der 80er und 90er – das ist anders als zuvor, da gebe ich dir recht. Jedoch bleibst du dabei echt Hip-Hop, echt Rap und echt RnB. Ein Multigenre-Album wurde erneut erschaffen und legt nach, was dir bei „Thank Me Later“ gefehlt hat. Du bist der Phönix aus der Asche. Du hast wohl bewusst diesen ruhigen Sound gewählt und verzichtest fast komplett auf Club-Tauglichkeit. Hängst du ein bisschen mit deinen kanadischen Homies rum? Mit so einem Ryan Hemsworth? Nein? Dann bist du aber auch insgeheim ein wenig Fan.

Du willst, dass wir zuhören: „Past the present when you have to mention / This is nothin‘ for the radio, but they’ll still play it though / Cause it’s that new Drizzy Drake, that’s just the way it go…“ und sie werden, du hast ja auch gute Unterstützung wie Jhene Aiko oder den durch SBTRKT bekannten Sampha mit im Gepäck. Sie werden, Aubrey Drake Graham. Sie werden, denn du hast was in deinen Texten zu sagen. Sie werden zwar am Anfang zweifeln, was du sagen willst, aber sie werden sich damit anfreunden und dein neues Album lieben lernen. Für mich ein Instant Classic. Ein „Thank Me Later 2 Better“.

Passt dir meine Meinung nicht? Hat Kanye auch nicht. Mir egal.

Cozy

 

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