FRANKFURT, SPORT

EINTRACHT IN PORTO (REISEBERICHT + PHOTOWALK)

Das war mal ein Trip. Mittwoch morgens nach Barcelona, Donnerstag weiter nach Porto ohne Karten fürs Spiel, Samstag wieder zurück. Zwischendrin gab es natürlich noch das sensationelle 2:2 unserer Eintracht nach 2:0-Rückstand zu bejubeln – zum Glück im Stadion!!!

Der Spielverlauf und wer „wie eine Susi“ (O-Ton hinter uns) gespielt hat, das dürfte ja nun allen bekannt sein. Hier also meine Eindrücke und Fotos (weiter unten) von der Stadt, Streetart, Stickern, vom Fanmarsch und aus dem Stadion.

Während uns das Wetter in Porto mit prasselndem Regen (nach tollem Sonnenschein in Barcelona am Tag zuvor) nicht wirklich willkommen hieß, taten das aber stattdessen die netten Helferinnen der Metro, die uns beim Fahrkartenkauf halfen. Wenigstens schon einmal dieses Ticket, denn die Tatsache, dass man den derzeit weltbesten Eintracht-Torhüter persönlich kennt, verschaffte einem auch keine Eintrittskarte fürs Spiel am Abend (allerdings war der ganze Rest ja schon gebucht). Eine in der Metro geschlossene Bekanntschaft dagegen vielleicht schon, denn auf seinen Namen lagen in einem Hotel noch 8 (davon 4 freie) ungenutzte Gästetickets bereit. Diese Chance wollten wir nutzen.

Nach einer Stunde des Wartens stellte sich dann allerdings heraus, dass es sich um portugiesische Karten handelt – der Hotelmanager hatte falsche Informationen herausgegeben, aber garantierte uns via Telefon, dass wir trotzdem rein kommen würden. Es roch aber ganz stark nach Abzocke, also sind wir los zum FC Porto-Store, um uns mit der Hilfe einer Portugiesin Karten (allerdings dann natürlich auch nicht für den Gästebereich) kaufen zu lassen, wie wir es zuvor auch schon im Eintracht-Forum von anderen gelesen hatten. Nach einem durch zu kleine Betten und Schimmel notwendig gewordenen Unterkunftswechsel (ins Hotel Chique – zwar nur zwei Sterne, aber hey – der Name!!!) war es dann auch schon 15:00, als wir endlich runter zum Fluss konnten, wo sich alle für den Fanmarsch gesammelt hatten.

Viele bekannte Gesichter, viele Liter Bier und fast genauso viele Liter Pisse in den angrenzenden kleinen Gässchen erheiterten dann wieder merklich unsere Stimmung. Hey, es war Auswärtsspiel. Europa League. Oder wie das mittlerweile in diesem Modernen Fußball heißt. Sechzentelfinale!!!! Um 17:00 setzte sich dann der Marsch in Bewegung, der uns zunächst an ein paar Häusern am Flussufer entlang führte. Das Spektakel holte die Bewohner natürlich ans Fenster oder auf den Balkon, und als die teilweisen „Ausziehen – ausziehen“-Rufe unbeantwortet blieben, landeten die Damen ein paar lustig gemeinte Pfiffe oben drauf :) Darauf folgte lange Zeit nichts außer Felsen, und auf den einzigen Lichtblick – eine Tanke – ließ die Polizei niemanden.

Dann aber das absolute Highlight, das dann alles wieder rausgeholt hat: Wir wurden über die Stadtautobahn von Porto geführt. Irre. Wie viel Portwein muss der Polizeichef vor dieser Entscheidung wohl getrunken haben?!???? Am nächsten Tag stellte sich heraus, dass wohl davon gar nicht so viel nötig gewesen sein muss, aber das ist als würde man hier die Leute über die A5 zum Waldstadion oder über die A66 zum Bornheimer Hang laufen lassen. Und das während des abendlichen Berufsverkehrs. „Ohne Frankfurt – wär hier gar kein Stau“ schallte es in Richtung Autofahrer, die nun auch auf der Gegenfahrbahn durch Glotzen einen Stau verursachten. Wann sieht man schon mal sonst ein paar Tausend Menschen die Autobahn bevölkern? Ich hoffe nur, die Behörden haben daran gedacht, die Autobahn von Flaschen und sonstegem Müll zu säubern, bevor der Verkehr wieder rollte. Wahrscheinlich aber nicht.

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Denn nun zeigte sich die komplette Unfähigkeit, was Organisation betrifft, ganz deutlich. Unten nur drei Eingänge, bei denen die Karten abgerissen wurden. Die Polizisten knüppelten sich immer mal wieder ihren Weg durch die Menge, um Riegel zu bilden. Dann erfolgte das Abtasten, und es ging eine Treppe hoch. Oben dann nur 6 Drehkreuze für etwa 7.000 Frankfurt-Fans, auf die quasi durch einen Bauzaun ein Trichter führte. Doch es waren nur noch etwa 20 Minuten bis zum Spielbeginn, als die Menge immer mehr und verständlicherweise brodelte, was dazu führte (wie auch schon vor der Treppe), dass von hinten gedrückt wurde und auf die vorderste Reihe eingedroschen wurde. Das Ganze gipfelte dann darin, dass dieser Bauzaun weggeschoben wurde und als Folge eine ältere Dame und noch ein paar weitere Personen mit dem Zaun umfielen. Ganz große Klasse. Bruchhagen bescheinigte den Fans am Montag dann, extrem geduldig gewesen zu sein bei dieser „misslichen Organisation“ (O-Ton). Wie so oft, eigentlich eine Untertreibung unseres Verstandsvorsitzenden.

Wir passierten das Drehkreuz, das natürlich rot anzeigte, weil unsere Karten nicht für diesen Bereich galten. Rein kamen wir trotzdem, denn die Ordner hatten eine – aber auch nur eine! – „Masterkarte“, mit der sich die Drehkreuze öffnen ließen. Das Ticket müsse er aber behalten. Na gut, dachte ich mir. Im Nachhinein hoffe ich nur, dass der FC Porto nicht der Dame und den vielen anderen, die Frankfurter Fans noch Karten gekauft hatten, einen Strick daraus dreht.

Um 20:00, also 5 Minuten vor Spielbeginn, betraten wir das weniger als halb volle Stadion. Da wir noch relativ zu Beginn des Marsches gelaufen sind, füllte sich der Eintracht-Block dann auch erst im Laufe der ersten Spielminuten. Gänsehaut waren die fast 10-minütigen Wechselgesänge kurz vor der Halbzeit (ab 5:15 in diesem Video) und kurz vorm 1:0. Die zweite Halbzeit muss ich niemandem erklären!!!! Unglaublich. Unfassbar. Göttlich.

Alles in allem wieder mal etwas, dass sich nur mit unserer SGE erleben lässt!!!

Trotz Upgrade unserer Unterkunft mit Heizung mussten wir dann doch in den Betten ein wenig frieren (Isolierung, olá!). Kurz nochmal bei Kevin nachgefragt, ob denn wenigstens bei ihm die Heizung funktioniere. Beruhigt worden, denn die Mannschaft habe es „ganz angenehm“.

Am Freitag haben wir dann bei besserem Wetter die Stadt, die wirklich sehr herunter gekommen ist, mit anderen Augen sehen und genießen können. Abends noch rüber nach Porto-Dribbdebach für ein bisschen Portwein, bevor wir Samstagmorgen dann um 4:00 die Rückreise angetreten haben.

69 Bilder (wie sollte es anders sein) von der Stadt, von Streetart, Eintracht-Stickern, vom Fanmarsch und aus dem Stadion findet ihr nun in dieser Galerie, die alle gerne frei verwendet werden dürfen. Bei Klick auf „i“ bekommt ihr noch ein paar weitere Infos zu den Bildern.

 

Was ich leider nicht live entdeckt hatte, war dieses hier…..

Danke für dieses Erlebnis an alle Adler. Bin total heiß auf heute!!!

 

Gandino

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