GAMES, ROCKSTAH

SERIE MEETS SHOOTER – HALLO, BATTLEFIELD HARDLINE!

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Nachdem die bisherigen „Battlefield“-Teile sämtliche Schlachten und Kriege – von der Vergangenheit bis zur Zukunft – einmal abgefrühstückt haben, will man den Kosmos seiner eigenen Marke nun erweitern. Ein gewagter Schritt, den „Battlefield Hardline“ meistern soll.

Der Krieg ist ausgebrochen – allerdings nicht in trockenen Wüstengebieten oder regnerischen Dschungelküsten. Mitten und rund um Miami findet ein regelrechter Drogenkrieg statt – und ihr sollt für Recht und Ordnung sorgen.

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In der Rolle als der Polizist Nick Mendoza geratet ihr bei der Ermittlung um ein Drogenkartell immer tiefer in die Spirale der Korruption und müsst euch allerhand bösen Buben stellen, denen euch euer Gerechtigkeitssinn in die Arme drängt. Ein perfektes Szenario also für eine „Good Cop / Bad Cop“ Review.

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Schöne Inszenierung

Das – für Battlefield Verhältnisse – frische Szenario räumt dem Spiel in der Singleplayer Kampagne eine Menge neuer Freiheiten ein. Die filmischen Dialoge sind geschrieben wie in einem soliden US-Actionstreifen oder einer klassischen Copserie. Das Szenario geht von Ghetto, über Sümpfe, Villen bis hin zu Trailerpark-Gebieten und gibt einen ordentlichen Querschnitt von US-typischen Filmorten. Alles ein bisschen Klischee und Kitsch, aber das ist nicht unbedingt schlecht. Die Story mit ihren voraussehbaren Twists und durchschaubaren Figuren tut ihr übriges. Alles ist ausgelegt auf solides Popcornkino – nur halt vor der Konsole. Abgerundet wird der US-Serien-typische Stil mit „Was zuletzt geschah“ Rückblenden und einer im Menü Netflix-artigen Aufmachung. Definitiv gelungen.

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Anderes Feeling als die Vorgänger – auch spielerisch

„Battlefield Hardline“ bewegt sich aus der typischen „Rennen, Schiessen, Panzer fahren“ Manie seiner Vorgänger hinaus in eine eher investigative Arbeit. Natürlich warten allerhand große Schiessereien auf euch, in denen es die Kugeln nur so hagelt, aber eben nicht nur. Dank eurer Marke könnt ihr Gegner verhaften, ohne ihnen direkt das Hirn aus dem Schädel zu schiessen. Es gibt ganze Schleichlevel, in denen ihr hauptsächlich versuchen müsst, mit Timing und Fingerspitzengefühl die Situation unter Kontrolle zu halten. Ihr könnt natürlich auch den Weg des Kampfes wählen, was sich aber in vielen Beispielen aufgrund der Gegnerzahl nicht gerade als die schlauste Lösung entpuppt. Mit Gegner-Markierung (a la Batman) und dem Ablenken durch das Werfen von Patronenhülsen habt ihr aber eine Menge Möglichkeiten die Schleichpassagen ordentlich zu passieren.

Um eure Skills weiter auszubauen, gibt es in der Kampagne ein Levelsystem, was eure Fähigkeiten immer weiter ausbauen lässt. Das ist aber sehr klein und übersichtlich gehalten. Rollenspiel- und Skill Tree Fans werden nur sehr gering auf ihre Kosten kommen. Dafür ist das Spiel zu sehr auf den Mainstreammarkt ausgelegt. Ein nettes Feature ist es aber dennoch.

Soundtrack und Synchronisation

Die deutsche Synchro ist – bis auf diesen ominösen Rockstah, der an manchen Stellen der deutschen Sprachausgabe zu hören sein soll – eher mau ausgefallen. Die original Version schafft es aber tatsächlich dank großartiger Synchronarbeit die Atmosphäre des Spiels schön zu unterstreichen. Mit einem Soundtrack irgendwo zwischen düsteren HipHop Tracks, aggressiven Technoklängen und lauten Gitarren hat man sich auf einen Soundtrack verlassen, der evtl. sehr kurzlebig, dafür aber unfassbar stimmig geworden ist. Fast ein bisschen Fifa-esk. Mit all diesen Elementen geht „Battlefield Hardline“ in die richtige Richtung seiner offensichtlichen Vorbilder CSI: Miami oder auch Dexter.

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Träges Spielverhalten

Es ist schwer zu erklären, wie sowas passieren konnte… aber irgendwie ist es halt passiert. Trotz jahrelanger Erfahrung im Schiessbereich und ausgezeichneter Vorgänger fühlt sich „BF Hardline“ immer genau dann nicht richtig gut an, wenn es um die Kämpfe und Schlachten geht. Die Wuchtigkeit fehlt, Schiessereien fühlen sich fast schon lahm an. Fast so, als hätte man etwas wichtiges vergessen und sehr konträr zur Action-reichen Präsentation des Spiels. Das Gleiche gibt auch für die Verfolgungsjagden, die sich nicht so anfühlen, wie sie aussehen. Alles in allem sehr schwach und dazu verwirrend. 30% mehr Dynamik hätten dem Spiel nicht geschadet.

Grafik eher so „naja“

Die Präsentation mag ordentlich sein, aber sein wir ehrlich: BF Hardline sieht nach allem aus, nur nicht nach einem Next Gen Spiel. Das mag daran liegen, dass es auch für die alte Generation wie PS3 und XBox 360 erschienen ist, aber meiner Meinung nach muss da mehr gehen. Als zum Beispiel an einer Stelle ein Feuer ausbricht, musste ich kurz überlegen, ob es von dem Spiel auch eine PS2 Portierung gibt. Eine andere Begründung kann es nämlich nicht geben warum das so scheiße aussieht. Generell ist das alles ganz ok, aber alles nicht „wow“. Da war man von den Battlefield Spielen eigentlich höhere Standards gewohnt. Schade. Naja.

Fazit

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Im Großen und Ganzen ist „Battlefield Hardline“ ein gelungenes Spiel mit einem wirklich ordentlichen SP-Modus. Das kam ja in den Jahren bei Battlefield zu kurz und auch Hardline setzt da keinen Fuss auf das epische Feuerwerk, was CoD jedes Jahr aufs Neue abfeiert. Aber ich als Singleplayer-Kampagnen-Fan fühle mich seit den Bad Company Spielen endlich mal wieder ernst genommen. Selbst wenn das läppische Schiess-System und die stellenweise doch sehr nervige Trägheit einem ein wenig die Motivation rauben – Spaß macht es trotzdem und das ist ja die Hauptsache. Zur großen, neuen Battlefield-Marke reicht es allerdings noch nicht. ROCKSTAH

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