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Im Bett mit Ma-Ma-Ma-Ma-Mauli – so war’s!

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Am 30. März fand Maulis Konzert im Rahmen seiner „EWIG“-Tour im Frankfurter „Bett“ statt. Wie der Turn-Up des Berliners und seiner Crew war und was ihr über den jungen Rapper wissen solltet, erfahrt ihr hier.

1993 in Berlin geboren wuchs Marius Schwesig aka Mauli in der Goldenen Ära des Deutschen HipHop auf. Als Baby Rap auf den Ohren? Nein, aber heutzutage gibt es das Internet, und wer sich interessiert kann sich in jede Zeit und Musikrichtung hineinklicken. Der einstige Teilnehmer an Battle-Rap Tunieren kennt sich bestens aus in Sachen Oldschool, Newschool und vor allem in Sachen FUTURSHIT!

Ob HipHop oder Trap, der Rapper ist kein Fan von Schubladen. Er macht Rapmusik, die seiner und auch meiner Meinung nach unserer Zeit voraus ist. Und das nicht, indem er 1 zu 1 übernimmt, was gerade in den USA rauskommt, sondern weil sein Rap und seine Beats innovativ und neu sind. Weniger Reime, weniger Parts, mehr Hooks und inflationär freches Namedropping zeichnen den Rapper aus.

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Auch wenn Mauli seine Musik selbst nicht in die Trap-Schublade stecken will, veröffentlicht er (damals noch als DirtyMaulwurf) im Mai 2014 die von Morten produzierte EP „Trap braucht kein Abitur“ und katapultiert sich so in die Ohren von Trap-Liebhabern und denen, die bis dato keine Ahnung hatten, was Trap überhaupt ist. Im Oktober 2015 droppt er dann sein Debütalbum „Spielverderber“ ohne Label.

„Sympathischer Typ“ denkt ihr? Auf jeden Fall, doch der Berliner hat es faustig hinter den Ohren. Mit Lines wie „Major Labels rufen mich an, aber ich hab keinen guten Empfang“ („Spielverderber“: „Nix zu tun“) hat er nicht nur die Musikindustrie auf dem Kicker. Er betreibt mit einer „respektvollen Art respektlos zu sein“ (so Marvin Game) auch fleißiges Namedropping. So fanden nicht zuletzt einige Members der Freunde von Niemand ihren Platz in Tracks wie „Alles gut“, „Shoutouts“ oder „Liebe zum Spiel“.

Durch Maulis freche Schnauze und ein Facebook-Post von Vega und Bosca war der Frankfurt-Gig dann schon eine Woche vor dem Auftitt in aller Munde: „Da der nette Mauli die letzten Monate keine Möglichkeit ausgelassen hat, Timeys, Boscas, Johnnys oder meinen Namen auf seinen Songs zu erwähnen, wollen wir uns persönlich bedanken und haben uns eben mal 50 Tickets für seine Show in Frankfurt gekauft (…). Die 10 restlichen Tickets wollen wir an unsere treuesten Supporter verschenken, um sie an diesem schönen Abend teilhaben zu lassen“, schrieb Vega auf seiner Facebook-Seite.

Mauli selbst reagierte gelassen auf die Ankündigung und machte seine Fans locker auf die Verlosung aufmerksam. Das Gerede in der Community war groß, und Vega und seine Crew ernteten nicht nur Beifall, sondern auch viel Kritik für die Aktion.

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Am Konzerttag selbst meldet sich dann Bosca noch einmal zu Wort und verkündet, dass er seine Differenzen mit Mauli aus dem Weg geräumt habe und am Konzertabend vor Ort sein wird. Vor Ort bin auch ich und tatsächlich, kurz vor Konzertbeginn spaziert Bosca zusammen mit ca. 10 Leuten in die kleine aber feine Konzert-Location. Ansonsten sind nicht gerade viele FvN Supporter zu sehen – und ich ich hätte sie gesehen, denn das Publikum ist leider sehr übersichtlich.

Ob das an den nicht genutzen Karten der FvN lag (Vega war selbst auch noch in Tokio) oder schlichtweg an einem nicht ausverkauften Konzert, kann ich nicht sagen. Für Mauli und seine Crew tut es mir in jedem Fall leid. Doch sowohl die Fans als auch die Berliner Jungs machen das Beste aus dem Abend. Bevor Mauli beweisen darf, dass er nicht nur provozieren sondern auch performen kann, bringen Holy Modee und Morten die Crowd in Stimmung. Anschließend droppt Marvin Game ein paar alte und neue Tracks und verspricht nach „Kiffer“ und einem kurzen Snapchat-Video mit seinen Fans später noch einmal am Start zu sein.

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Danach gibt Mauli endlich Songs wie „Villa Kunterbunt“, „Ewig“, „Liebe zum Spiel“, „Shoutouts“, „Nix zu tun“ und „Geregeltes Leben“ zusammen mit immer wechselndem Support zum Besten. Die Fans kommen aber auch in den Genuss von Ausschnitten aus einem neuen Album. Zu „Meine Jungs“ bittet er dann die ganze Crew bestehend aus Marvin, Morten, Holy Modee und dem Special Guest, der Cosmo Gang, zu sich. Von nun an findet auf und vor der Stage eine wilde und unkoordinierte Party statt. Die Jungs rappen, was das Zeug hält, tanzen mit den Schultern bis zum Boden und feiern sich selbst und ihre Crowd zu basslastigen Beats von DJ Simdal.

Während Mauli seine Ankündigung, keine Frankfuter Namen zu droppen straight durchzieht und sogar Lines abändert, schreien seine Fans die fehlenden Parts natürlich dennoch munter mit. Ich schaue kurz rüber zu Bosca, er scheint dennoch seinen Spaß zu haben.

Auch wenn sowohl Mauli als auch der Rest der Crew stimmlich auf der Bühne noch nicht so brillieren wie auf Platten, machen ihre Kondition und eine gewaltige Bühnenpräsenz das Konzert zu einem ordentlichen Turn-Up. Meiner Meinung nach gibt Mauli mit seiner Tour einen gewaltigen Fick auf Hypes, Schubladen, Labels, Zweifel und Gehate und feiert mit seiner Crew und seinen Fans eine riesige Party zu clubtauglichen Hooks, denn auf Parts hat er keine Lust, aber dafür hat er geile Hooks!


MAULI
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Alle Bilder: © Rob Vegas

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