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„Walking clean in a dirty world“ mit Joy Denalane und Max Herre

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Dass Max Herre und Joy Denalane soziales Engagement und Umweltschutz groß schreiben, ist kein Geheimnis. Doch nicht nur durch zahlreiche Projekte und Benefizkonzerte schaffen es die beiden, unsere Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Auch in Sachen Mode setzen die Musiker sowohl auf Style als auch auf Nachhaltigkeit. Das geht? Die Sneaker-Kollaborationen von Joy und Max mit dem Label ekn footwear sind der Beweis.  

Am letzten Freitag hat ekn footwear in Frankfurt sein erstes Ladengeschäft eröffnet. Vor ca. vier Jahren in Frankfurt gegründet und bisher nur im eigenen Onlinestore sowie bei Glore und Afew erhältlich, kann man nun das gesamte Sortiment bestehend aus Boots, Sandalen, Accessoires und vor allem Sneakers am Danziger Platz 2-4 auf ca. 50 Quadratmetern bestaunen. „Für mich war es ein Anliegen, eine Heimat für ekn zu schaffen, und der Marke eine größere Sichtbarkeit zu verleihen“, erklärt Noel Klein-Reesink, Gründer und Geschäftsführer des Labels.

„Wieder ein neuer Sneaker-Store in Frankfurt?“, wird sich der ein oder andere nun fragen. Nicht ganz – unter dem Motto „Organic, handmade, fearless“ ist ekn stylisch aber auch nachhaltig. Der neue Store, der gemeinsam mit dem Frankfurter Designbüro Philipp Mainzer geplant und umgesetzt wurde, bietet nicht nur recyceltes Interieur sondern auch nachhaltige Produkte. Diese werden in Portugal sowohl fair als auch ökologisch produziert.

Nicht ohne Grund arbeitete Max Herre bereits mit dem Schuhlabel zusammen und releaste in Kooperation mehrere Sneaker. Nun hat auch Joy Denalane mit einer neuen Version des „Bamboo Runner“ – erstmals für Frauen – einen Kollabo-Sneaker releast. Der Sneaker wurde von Daniel Bailey (Concept Kicks) gemeinsam mit Joy getreu dem Motto „Walking clean in a dirty world“ designt. Durch einen cleanen, beigen Look aus recyceltem Neopren, recycelter EVA-Sohle, vegetabil gegerbtem Leder und innovativer Schnürung ist er nicht nur stylisch sondern auch umweltfreundlich.

Wie und warum kam es zu der Kollaboration mit ekn footwear?

Max: „Noel hat bei uns angerufen und gefragt, ob ich Lust habe, für sein nachhaltiges Schuhlabel einen Signature-Schuh herauszubringen. Das war Anfang 2012. Ich fand das toll, habe mir angeschaut, wer Noel ist, wie ekn arbeitet und produziert und wofür die Marke steht. Wir haben uns dann schnell getroffen und gemerkt, dass wir nicht nur gleiche Ideen haben, sondern dass es auch menschlich funktioniert. Mit seinem damaligen Designer haben wir gemeinsam den ersten Signature-Schuh „Max Herre“ kreiert, einen Desert Boot. Und weil wir gemerkt haben, wie gut das alles passt, haben wir weiter zusammengearbeitet, Ideen ausgesponnen und Dinge zusammen ausbaldowert.“

Joy: „Ich habe von ekn footwear das erste Mal über Max gehört, der sich mit Noel immer wieder ausgetauscht hat. Max hat sich irgendwann dazu entschieden, die Zusammenarbeit auszuweiten.“


ekn footwear
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Warum ist Nachhaltigkeit cool?

Max: „Nachhaltigkeit ist cool, weil die Welt voll genug ist mit schlechtgearbeiteten Produkten, die diese Welt aber nicht besser und nicht schöner machen.“

Joy: „Wir haben mittlerweile so viele Informationen über Produktionsabläufe, wer davon negativ berührt wird und wer positiv profitiert. Und dieses Wissen darüber zwingt uns sozusagen zu Nachhaltigkeit. Insofern ist Nachhaltigkeit für mich keine Frage von Coolness, sondern eine Notwendigkeit – das ist mehr als cool.“

Wie beeinflussen sich Mode und Musik gegenseitig?

Joy: „Mode und Musik stehen in einem koexistentiellen Verhältnis zueinander. Musiker und Designer schauen immer, was der jeweils andere gerade so treibt, und das was von Wert ist, fließt dann in seinen Stil ein. Man könnte das dann schlichtweg Inspiration nennen.“

Max: „Ich glaube, dass das im Prinzip alles eins ist. Letztlich geht es immer los mit einer Idee, mit einer Botschaft und einem Style, den man senden will. Und dann gibt es verschiedene Formate, in denen man das transportiert – seien es Texte, sei es eine Melodie oder Musik, sei es ein Foto oder ein Bild, das man malt. Ich glaube, dass sich die Kreativität, diese Grundidee, die man als Künstler hat, in jedes Medium transportieren lässt. Insofern sind für mich Musik und Mode Ausdruck dieser Grundidee und lediglich unterschiedliche Wege, sich zu formulieren, sich der Welt mitzuteilen und mit der Welt etwas zu teilen.“

Am Eröffnungsabend war viel los im neuen Store und das nicht ohne Grund. Während unter anderem die Jungs der IMA Clique und des 25 Hours Hotels das leibliche Wohl der Gäste garantierten, sorgten Joy und Max für musikalisches Seelenheil. Denn hier wurde nicht nur Joy Denalane’s neuer „Bamboo Runner“, den sie zusammen mit Schuhdesigner Daniel Bailey entworfen hat, präsentiert. Die beiden Musiker verwöhnten das Publikum mit einer Live-Performance, die es in sich hatte!

Klassiker wie „1ste Liebe“ und Freundeskreis-Songs wie „Esperanto“, „A-N-N-A“ und „Tabula Rasa“ durften natürlich nicht fehlen. Allerdings tobte Max sich auch bei seinem Part aus Chefkets „Rap&Soul“ (feat. Joy Denalane, Max Herre und Xatar) zu einem basslastigen Trap-Beat aus. Der Anspruch von Max und Ladenbesitzer Noel an den Abend war simpel: Tanzen, bis das Wasser von der Decke tropft. Die Meute gab alles und ich würde mal sagen, es war eine Store-Eröffnung á la Frankfurt.

Was verbindet ihr mit Frankfurt?

Joy: „Es gibt für mich Key-Städte, in denen wir besonders gut aufgenommen werden und in denen ich besonders gerne performe, musikalisch verstanden werde und mit denen ich mich verbinden kann – dazu gehört Frankfurt total. Ich habe das Gefühl, Frankfurt ist zwar eine Stadt, die ich gar nicht so gut kenne. Doch immer wenn ich nach Frankfurt komme, gibt es Menschen, die mich abholen, anrufen, hosten, fragen, ob ich etwas brauche. Ich glaube, das ist einzigartig. Für mich gibt es keine Stadt in Frankfurt, die diese Eigenschaft mitbringt.“

Wie würdet ihr Frankfurt musikalisch beschreiben?

Joy: „Ich glaube, Frankfurt ist musikalisch sehr stark urban geprägt und ausgerichtet. Es gibt ein Publikum für Urban-Lifestlye und Urban-Music aller Art. Ich habe das Gefühl, in Frankfurt herrscht eine große Offenheit. Ich habe zumindest immer das Gefühl, ein sehr wohlwollendes Frankfurter Publikum zu haben, das absolut feiern kann!“

Im Frühjahr 2017 wird Joy ihr neues Album veröffentlichen. Mehr verraten wollte sie noch nicht. Aber auf ihr Frankfurter Publikum im nächsten Jahr freut sie sich heute schon, erzählt sie mir mit strahlenden Augen und einem breiten Grinsen im Gesicht. Bis dahin solltet ihr euch erkundigen, welche musikalischen Schmuckstücke im neuen ekn-Store noch auf euch warten.

„Der Store soll zudem eine Plattform für Austausch bieten – neben dem direkten Kontakt mit den Kunden auch im Rahmen von regelmäßigen Events wie Konzerten oder Lesungen,“ so Gründer Noel. Ich hatte ein schönes Interview und einen wirklich familiären und musikalisch grandiosen Abend bei ekn.

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